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Fußball:
(SC Freiburg)

Magerkost gegen Verbandsligisten

In einem weiteren Testspiel am Dienstag Abend gewannen die Bundesligafrauen des SC Freiburg bei strömenden Regen nur knapp gegen den Verbandsligisten PSV Freiburg mit 1:0. Torschützin für den SC vor rund 150 ZuschauerInnen im Schönbergstadion war Susanne Hartel.

Als geneigter Beobachter erwartete man sich ein besseres Trainingsspiel, das der Bundesligist locker und eher zweistellig gewinnen würde - trotz der fehlenden Stammbesetzung im defensiven Mittelfeld Kerstin Boschert und Myriam Krüger und der ebenfalls abwesenden Martina Moser. In puncto Ballbesitz übten die Gastgeberinnen mit gefühlten 80 Prozent diese Dominanz auch aus, versäumten jedoch das Runde ins Eckige zu bringen. Chancen dazu gab es zuhauf, doch entweder wurden sie knapp über oder am Gehäuse vorbei geschoben, oder die Bundesligisten scheiterten an der glänzend aufgelegten Torhüterin der Polizeisportlerinnen.

Annik Richter, Stéphanie Wendlinger, Nicole Söder, und zweimal Verena Faißt hätten den Ball in der ersten Halbzeit jeweils im Tor unterbringen können. Auf der Gegenseite war Kristina Kober weitgehend beschäftigungslos, aber zur Stelle, wenn sie gebraucht wurde: Nach 18 Minuten fing sie den ersten PSV-Eckball spielend, kurz vor dem Pausentee klärte sie in höchster Not zur Ecke.

Nach der Halbzeitpause wechselte Trainer Fischinger mehr Erfahrung ein und brachte Hartel für Richter, Juliane Maier für Jana Linke, Merza Julevic für Larissa Hummel und Sinah Amann für Mona Maurer. Mit Zug kamen die Bundesligisten aus der Pause und man konnte in den ersten Minuten den Eindruck gewinnen, dass die peinliche Vorstellung der ersten Halbzeit mit einer überzeugenden Leistung in der zweiten Hälfte bald in Vergessenheit geraten sollte. Bereits nach einer Minute köpfte Hartel knapp über das Tor, acht Minuten nach Wiederanpfiff rutschten Hartel und Nadine Enoch an einer Hereingabe von Faißt noch vorbei, ehe eine Minute später endlich der Ball im Netz zappelte: Enoch trat dynamisch an, passte steil auf Hartel, die zum längst überfälligen 1:0 traf (54.). Doch wer die Hoffnung hegte, der Torreigen würde jetzt beginnen, wurde enttäuscht. Maier, Julevic und Hartel hatten gute Möglichkeiten, scheiterten aber allesamt an der kleinen PSV-Torhüterin oder hatten Pech - am spektakulärsten Hartel, die einen Hammer an die Unterkante der Latte setzte. Und so blieb es bis zum Schluss beim mageren 1:0. Eine Niederlage die von den nominell fünftklassigen PSV-Spielerinnen wie ein Sieg gefeiert wurde.

PSV-Trainer Matthias Kammerknecht war verständlicherweise zufrieden und zunächst einmal "sprachlos. Wir haben erstmals mit einer Viererabwehrkette gespielt und dass das so gut klappen würde, hätte ich nicht gedacht. Natürlich sind wir nach vorne kaum gefährlich geworden, dennoch bin ich sehr zufrieden und möchte unserer Torhüterin ein Sonderlob aussprechen, die so oft kritisiert wird und heute geradezu sensationell gehalten hat." SC-Trainer Fischinger fand nach dem Spiel deutliche Worte: "Wir haben drei Klassen schlechter gespielt als das Wetter, und das war schon mehr als schlecht. Schlampig, ideenlos, emotionslos, das einzige was heute zu 100 Prozent da war, waren die Fehler." Doch er gewann dem Spiel auch eine positive Seite ab: "Immerhin habe ich heute gesehen, was bis zum Bundesligastart noch fehlt. Und ich hoffe sehr, dass wir am Sonntag gegen Sindelfingen die Chance nutzen, es besser zu machen." Wovon man ausgehen darf. jh

Für den SC Freiburg spielten:
Kober Söder, Faißt, Kleiner, Enoch, Richter (46. Hartel), Hummel (46. Julevic), Wendlinger, Maurer (46. Amann), Freckhaus, Linke (46. Maier)
Tor: 1:0 Hartel (54.)


Original-Pressemitteilung
Artikel vom 20.08.2008, 09:25 Uhr

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