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Fußball: (SC Freiburg)
SC Frauen mit Glück zum ersten Heimsieg

Vor 653 ZuschauerInnen gelang den Frauen des SC Freiburg der erste Heimsieg in der laufenden Bundesligasaison. Bei strahlendem Sonnenschein wurde der VfL Wolfsburg mit 2:1 (0:1) bezwungen, Wolfsburgs Führung durch Lisa Eichholz zur Halbzeit glich Juliane Maier mit einer direkt verwandelten Ecke aus und Martina Moser setze den Schlusspunkt zum glücklichen 2:1 Endstand.
Es war von Anfang an eine zerfahrene Partie, mit vielen hohen Bällen um das auf beiden Seiten wenig präsente Mittelfeld zu überbrücken. Wolfsburg kam dabei zur ein oder anderen Chance ohne jedoch das von Marisa Brunner gehütete Tor ernsthaft in Gefahr zu bringen; auf Freiburger Seite konnte lediglich eine Chance notiert werden: Nach einem Eckball von Martina Moser köpfte Kerstin Boschert knapp über das Wolfsburger Gehäuse. Kurz vor der Pause musste Merza Julevic mit Bänderriss die Segel streichen, dafür kam die jüngste in Freiburgs Kader, Sinah Amann herein, die dem Spiel sichtlich Impulse gab. Eine Konterchance in der Schlussminute der ersten Hälfte entschärfte Marisa Brunner in gewohnt souveräner Manier, lies jedoch abklatschen und die mitgegangene Verena Faißt spielte ihr den Ball aus kurzer Distanz zu, Brunner nahm ihn in die Hand und Schiedsrichterin Marija Kurtes zögerte keinen Moment und gab indirekten Freistoß von der Linie des Fünfmeterraums. Bei der ersten Ausführung lief Kerstin Boschert zu früh aus der Mauer, blockte den Ball ab und sah dafür Gelb. Die Wiederholung blieb zunächst an Brunner hängen, die abklatschen lassen konnte, der Nachschuss von Lisa Eichholz landete aber dann im Tor (0:1, 45.). Damit ging es in die Pause.
Nach dem Pausentee ließen die Wölfinnen die Breisgauerinnen fast fünf Minuten warten, hoch motiviert kamen die SC-Spielerinnen aus der verkürzten Pause und waren sichtlich gewillt, das Spiel zu drehen. Doch zunächst war Wolfsburg am Drücker und hatte "ein, zwei hochkarätige Chancen", wie Gästetrainer Ralf Kellermann nach dem Spiel konsterniert zu Protokoll gab, die sie jedoch nicht verwerten konnten. Die Schlüsselszene kam nach einer knappen Stunde, als die bereits verwarnte Andrea Wilkens 70 Meter vom eigenen Tor entfernt ein Foul beging, was die "überflüssige aber berechtigte Gelb Rote Karte" nach sich zog, so Kellermann. "Besonders bitter: ich hatte die Auswechselspielerin schon gerufen, eine Minute später wäre Wilkens ausgewechselt gewesen." Vier Minuten später gab es Eckstoss für Freiburg, Juliane Maier trat an und schoss, die am kurzen Pfosten postierte Abwehrspielerin hob den Fuß, als wolle sie den Ball einer Mitspielerin durchlassen, doch die Mitspielerin fand sich nicht, dafür zappelte der Ball ohne weiteres zutun im Netz (1:1, 63.). Schon für dieses Tor hatte sich das Eintrittgeld gelohnt. Und es kam im Ergebnis noch besser. In der 79. Spielminute bekam Martina Moser einen Traumpass von Jeanne Haag, fand sich alleine vor Torhüterin Nadine Richter wieder und schob den Ball souverän an ihr vorbei ins Tor zum 2:1 Endstand.
Wolfsburgs Trainer Ralf Kellermann nach dem Spiel: "Das ist die bitterste, unnötigste und unverdienteste Niederlage die ich in meinem gesamten Fußballerleben hinnehmen musste. Wir waren die klar bessere Mannschaft, hätten zur Halbzeit schon drei, oder vier zu Null führen müssen. In unserer Situation ist das natürlich doppelt bitter. Wir haben heute unser bestes Saisonspiel gemacht, haben viel Aufwand betrieben, waren die bessere Mannschaft und stehen mit null Punkten da."
Torschützin Martina Moser: "In der ersten Halbzeit hat gar nichts geklappt, da haben wir Alibifußball gespielt. In der zweiten ist es uns dann gelungen, das umzusetzen, was der Trainer gefordert hat, wir waren präsent und haben mehr Zweikämpfe gewonnen. Insgesamt war es aber ein sehr glücklicher Sieg."
Eine ähnliche Einschätzung wie die Siegtorschützin hatte auch SC Trainer Günter Rommel nach dem Spiel parat: "Die erste Halbzeit war nicht sehr ansehnlich, daher war die Führung für die Wolfsburgerinnen auch verdient. In der zweiten Hälfte sind meine Spielerinnen dann engagierter zu Werke gegangen, haben viel mehr Laufbereitschaft an den Tag gelegt und die Zweikämpfe mehr angenommen. Ein Sieg der Gäste wäre sicher nicht unverdient gewesen, aber mit dem Platzverweis haben sie uns dann einen großen Gefallen getan. Danach haben wir unsere Gegnerinnen mehr unter Druck gesetzt und sie damit zu Fehlern gezwungen und sind so doch noch zu drei Punkten gekommen."
Ausschnitte des Spiels gibt es ab ca. 18 Uhr als Video auf http://tv.dfb.de/.
90 Minuten:
8. Müller alleine vorm SC-Tor, hebt den Ball aber deutlich übers Tor. 13. Eine Einladung der SC-Abwehr an Müller, die weiß mit dem Geschenk nichts anzufangen und verstolpert frei vorm SC-Tor. 26. Ecke VfL, Ball kommt aufs SC-Tor, aber Krüger steht am langen Pfosten und köpft den Ball von der Linie. 34. Müller erneut alleine gegen Brunner, wieder mit dem besseren Ende für die Schweizerin. 42. Ecke von Moser, der Kopfball von Boschert geht knapp über das VfL-Tor. 45. Indirekter Freistoß nach Rückpass: Eichholz erzielt im Nachschuss das 0:1 für die Gäste.
49. Schuss von Blässe, Brunner klärt mit den Fingerspitzen zur Ecke für den VfL. 52. Amann versucht es aus gut 25 Metern, aber Richter sicher. 59. Gelb-Rot für Wilkens: völlig zu Recht wegen eines dummen Fouls in der Hälfte der Breisgauerinnen. 60. Carlson verpasst eine Hereingabe von Blässe. 63. Amann holt eine Ecke für den SC raus, Maier verwandelt diese direkt zum 1:1. 73. Bunte schießt im Strafraum auf das lange Ecke, Brunner macht sich ganz lang und kann den Ball um den Pfosten lenken. 74. Erneut Brunner im Mittelpunkt: einen Schuss der Gäste aus kurzer Distanz wehrt sie ab. 79. Moser taucht nach Zuspiel von Haag alleine vor VfL-Torhüterin Richter auf und schiebt zum 2:1 ein. 82. Amann versucht es aus der Distanz nach Ablage von Hartel. 85. Krüger legt ab auf Moser, deren Schuss geht aber über das VFL-Tor.


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Artikel vom 13.10.2008, 10:31 Uhr
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