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Fußball: (SC Freiburg)
 
SC Frauen liefern großen Kampf und entführen Punkt aus München

Vor 410 ZuschauerInnen im Sportpark Aschheim lieferten die Frauen des SC Freiburg in der Bundesliga dem FC Bayern München eine großen Kampf und traten nach einem 5:5 mit einem Punkt in der Tasche den Heimweg an. Bayern musste damit den ersten Punktverlust in der laufenden Saison hinnehmen. Für den SC Freiburg trafen Susanne Hartel (2), Martina Moser (2) und Nadine Enoch.
Von der Papierform her war die Ausgangssituation klar: Der FC Bayern gewann bislang alle sieben Spiele in der Liga und bezwang dabei auch Hochkaräter wie den 1. FFC Frankfurt und Turbine Potsdam. Freiburg startete ebenfalls ansehnlich mit neun Punkten aus sechs Spielen in die Liga, fuhr aber als klarer Außenseiter nach München.
Und das Unheil nahm bald seinen Lauf, nach acht Minuten ging Mandy Islacker allein auf Marisa Brunner zu, traf jedoch nur das Außennetz. Zwei Minuten später störte Julia Simic die Breisgauerinnen schon im Aufbau, gab schnell auf Islacker weiter, die quer auf Sylvie Banecki legte, deren Schuss schlug im rechten unteren Toreck ein. (1:0, 10.). Sechs Minuten später hatte Merza Julevic die Chance auf den Ausgleich, eine Rückgabe von Rech geriet zu kurz, Julevic ging dazwischen und prüfte Ulrike Schmetz im Bayern-Tor, doch Schmetz behielt die Oberhand. In der 25. Spielminute dann das 2:0 für die Gastgeberinnen: Nina Aigner setze sich auf rechts durch, legte quer auf Julia Simic, die den Ball nur noch über die Linie schieben musste, was sie auch tat. Doch wer dachte, das Spiel sei schon gelaufen, sah sich kurz darauf getäuscht: Juliane Maier überlupfte die Abwehr, Susanne Hartel war zur Stelle und netzte volley ein (2:1, 29.). Nach einer guten halben Stunde brachte Trainer Günter Rommel Sinah Amann für Merza Julevic, die sichtlich frischen Schwung in die Partie brachte. Die Freude über den Anschlusstreffer währte nicht all zu lange, nach acht Minuten traf ein Schuss von Sylvie Banecki ein Freiburger Bein und prallte von dort weiter an Nina Aigner, die ebenfalls nur abprallen lassen konnte, doch der Ball landete in den Maschen (3:1, 37.). Chancenlos waren indes die Gäste auch weiterhin nicht. Jeanne Haags Torschuss in der 41. Minute kratze Bianca Rech von der Linie, Juliane Maier kam zum Kopfball, aber Ulrike Schmetz konnte den Ball gerade noch an die Latte lenken. Damit ging es in die Pause, die Bayern führten verdient, ließen jedoch sowohl bei der Chancenverwertung, als auch in der Defensive Unkonzentriertheiten erkennen. Gleich sechs Minuten nach Wiederanpfiff zappelte der Ball erneut im Freiburger Netz, doch das Schiedsrichtergespann erkannte auf Abseits. Zwei Minuten danach verhinderte Brunner gegen Islacker mit einer Glanztat, dass Bayern die Führung ausbauen konnte und wiederum zwei Minuten später verkürzte Martina Moser mit einem Traumtor aus 25 Metern in den Winkel auf 3:2 (55.). Und es kam noch besser: In der 58. Minute nickte Nadine Enoch eine zu kurz abgewehrte Ecke von Martina Moser zum 3:3-Ausgleich ein. Doch auch die Freude über den Ausgleich währte nicht lange. Schon sechs Minuten später hämmerte Islacker den Ball aus halbrechter Position in die Maschen (4:3, 64.), Martina Moser lies sich aber nicht lange bitten und schob zwei Minuten später einen Pfostenabpraller zum erneuten Ausgleich ein (4:4, 66.). Zehn Minuten später das gleiche Bild auf der anderen Seite: Julia Simic trat eine Ecke, Islacker traf den Pfosten, Bianca Rech kann den Abpraller zur erneuten Bayern-Führung verwerten (5:4, 76.). Dann die Schrecksekunde im Freiburger Lager: Kerstin Boschert musste in der 78. Minute verletzt ausgewechselt werden, über eine Diagnose kann im Moment nur spekuliert werden, sie wird im Laufe des Montags eine Kernspinuntersuchung machen. Günter Rommel wechselte für die Innenverteidigerin Boschert Stürmerin Sandra Schmidt ein und gab damit das Zeichen, noch nicht aufgegeben zu haben. Und so kam es, dass Susanne Hartel mit ihrem zweiten Treffer eine Minute vor dem Schlusspfiff erneut ausgleichen konnte (5:5, 89.), dabei blieb es. Die Freiburgerinnen brachten damit dem FC Bayern München den ersten Punktverlust in der laufenden Bundesligasaison bei und rücken in der Liga um einen Rang, auf den sechsten Tabellenplatz, vor. Bayern-Trainer Günter Wörle war verständlicherweise nicht zufrieden mit dem Spiel seiner Mannschaft: "Wenn man fünf Tore erzielt muss man das Spiel auch gewinnen. Unser Defensivverhalten war heute komplett anders als sonst. Besonders die zweiten Bälle nach Standard-Situationen konnte Freiburg nutzen. Hinzu kam eine nicht gute Chancenauswertung." Anders sein Freiburger Gegenüber Günter Rommel: "Es war ein begeisterndes Spiel, als neutraler Zuschauer sage ich da hinterher: 'da gehe ich wieder hin' - eine schöne Werbung für den Frauenfußball. Aus Trainersicht war der Gesichtspunkt der Defensive natürlich nicht so schön, aber mein Team hat mit einer tollen Moral immer wieder den Rückstand wett gemacht, und mit der zweiten Halbzeit bin ich sehr zufrieden, ein Lob an die Mannschaft!"
Am kommenden Sonntag ist der FF USV Jena zu Gast im Freiburger Möslestadion. Anpfiff der Partie gegen den Aufsteiger ist um 11 Uhr.

Statistik: FC Bayern München Schmetz - Wörle, Baunach, Simic, Behringer, Paukner, Islacker (83. Wenninger), Aigner, S. Banecki (83. Würmseer), de Pol, Rech
SC Freiburg: Brunner - Boschert (78. Schmidt), Hartel, Maier, Julevic (33. Amann), Moser, Faißt, Haag, Linke, Krüger, Hummel (46. Enoch)
Tore: 1:0 S. Banecki (10.), 2:0 Simic (25.), 2:1 Hartel (29.), 3:1 Aigner (37.), 3:2 Moser (55.), 3:3 Enoch (58.), 4:3 Islacker (64.), 4:4 Moser (66.), 5:4 Rech (76.), 5:5 Hartel (89.)
Gelbe Karten: - / Hartel, Haag, Linke, Faißt
ZuschauerInnen: 410
Schiedsrichterin: Christine Beck (Magstadt), SRA: Nathalie Widmann, Ülfet Car


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Artikel vom 27.10.2008, 09:50 Uhr
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